Erfahrige nach jetz de knapp 4 Jahr Homebrew

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Vince
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Erfahrige nach jetz de knapp 4 Jahr Homebrew

Beitrag von Vince »

I ha festgsteut, dass ig afangs nächsts Jahr jetz de scho 4 Jahr am braue bi und scho über 300L braut ha. Drum hani gfunge dueni hie mau es paar Erfahrige teile.

Rächtlechs

Ir Schwiz darf jede füre Eigegebruuch säuber Bierbraue, ohni sech müesse irgendwo iiztrage. Drbi ligt di maximali Stüürbefreiti Mängi für Einzupersone bi 400 Liter pro Jahr und für Vereine bi 800 Liter pro Jahr. Wär abr sis Bier wott verchoufe (odr eigentlech scho nume verschänke) mues abr es paar Sache mache:
  • Registrierig aus Brouerei bim Stüüramt (wobi Beträg unger 10.- nid erhobe wärde, das heisst, me müesst sech zwar amäude, abr si drücke aube es Oug zue und verlange d Amäudig ersch, wenn me meh aus 65 Liter Bier pro Jahr verchouft/verschänkt)
  • Amäude bim Kantonschemiker, dä chunnt allefaus cho d Produktionsstatt abnä. Im Kanton Bärn giut fougendes:
    Für das Bierbrauen benötigen Sie geeignete Räumlichkeiten mit mindestens folgender Infrastruktur:
    Im Bereich der Produktion müssen Böden und Wände leicht zu reinigen sein.
    Für das Waschen der Utensilien und Gerätschaften ist ein ausreichend grosses Waschbecken mit Kalt- und Warmwasser erforderlich.
    Zum Händewaschen ist ein separates Waschbecken mit Kalt- und Warmwasser, Flüssigseife und Handpapier nötig. Das Handwaschbecken der Toilette gilt nicht als Handwaschbecken für die Produktion.
    Zum Lagern von Rohmaterialien, Abfüllmaterialien, Reinigungsmittel, etc. müssen geeignete Räumlichkeiten vorhanden sein (Reinigungsmittel separat).
    Toilettenräume dürfen nicht direkt in den Produktionsraum oder in die Lagerräume öffnen.
    Weiter müssen Sie eine schriftliche Dokumentation zur Selbstkontrolle erarbeiten. Dies beinhaltet eine Gefahrenanalyse, Arbeitsanweisungen (z.B. Rezepte, Reinigungsplan, Rückverfolgbarkeit, Etikettierung, etc.) und Aufzeichnungen (z.B. Brauprotokoll).
  • Es mues es Gsuech füre Aukohouverchouf as Regieriegsstatthauteramt gsteut wärde (widerum je nach Kanton ungerschidlech). Im Kanton Bärn isch das d Betribsbewilligung R: Handel mit alkoholischen Getränken. Die chostet 200.-, dezue chöme no jährlechi Aukohouabgabe. Mini Afrag as Statthalteramt Biel het denn ergä, dass weni öppe 25 Liter pro Jahr würd verchoufe, ig öppe 300.- im Jahr müesst zahle (drum verchoufi mis Bier o nid). I nime mau a bi grössere Mängi würds nid viu tüürer wärde und sech de mau afa lohne.
Equipment

Die ersti Frag wo me sech mues steue isch natürlech, was für Mängine me wott braue. Da isch di usschlaggäbendi Mängi d Grössi vom Fermentierer, wobis scho gäbiger isch we aues ufenang abgstumme isch. I ha mitem ne Kit agfange mitem ne Fermentierer vo eire Gallone (öppe 3.8L). Das het aube für öppe 10 Fläschli glängt. Es isch zwar sehr gäbig zum braue wüu me di meiste Töpf u so scho ir Chuchi het, aber d Bier si haut o cheibe schnäu wäg.
I bi när umgstige u ha 10L Bier apeilt. Defür hani e grössere Topf brucht (15L) und e grössere Fermentierer. I dere Kategorie isches eigentlech no günstig, e aständige Topf fingt me für 50.- und fermentiere dueni im ne 16L Plastik-Bottich (öppe 5.-). Das isch äuä o öppe die maximali Grössi wo me ir Chuchi cha braue. Die meiste Härde möge d Würzi no zum choche bringe und me ma elei aues guet lüpfe u mache. Ou d Würzi im Iisbad chüele geit no (wobi mis Wöschbecki ds Nidou z chli isch und igs am Afang ir Badwanne ha gmacht). Mittlerwile hani mr e Chüeuschlange gchouft, wo me ane Garteschluch cha ahänke.
Die nächsti Kategorie, wo viu braut wird isch d 20L-Klass. Das wird när abr meistens entweder überem Gas-Brönner gmacht oder im ne "Brauroboter", was eigentlech nüt angers isch, aus e fancy Iichochtopf. Da git me abr när o schnäu mau meh us.
Näbem Chochtopf und em Fermentierer bruchts natürlech no angers Equipment. Z.B. wenn me konventionnel braut, bruchts e Lüterbottich, oder me braut mit der BIAB-Methode (Brew in a Bag) wo me die ganzi Maische im ne fiinmaschige Sack het. Dezue chöme Waag, Thermometer, Hydrometer, Mässbächer, Siphons, evt. e Mauzmühli, etc. I ha am Afang nume z nötigste gchouft und nadisna ufgrüstet.

Rohstoffe

Bi de Rohstoffe isches wi überau, es isch günstiger, wenn me viu uf z Mau chouft. Abr da steut sech o d Frag, lohnt sechs es Lager ufzboue? Lohnt sechs z.B. dr Mauz ungschrotet z choufe, damit er lenger hautbar isch, defür bruchts e Mauzmühli odr chouft me ne scho vorgschrotet (was mittlerwile öppe aui Shops abiete). Für wiviu Rezäpt im Vorus choufi d Sache ii, odr choufi eifach ii und mache mini Rezäpt nach däm woni im Lager ha?
I ha agfange mit immer für 2-3 Rezäpt iizchoufe und zwar vorgschrotete Mauz. De bini aube uf öppe 30.- cho, wo när abr haut 15.- Versandgebühre si druf cho. Mittlerwile plani chli meh und choufe für di nächste 4-6 Rezäpt ii. De chame när o grad Verbruchsmateriau wi Bierdecheli aube mitchoufe. Defür gits mehreri Shops ir Schwiz wo me eigentlech aues wo mr brucht zum Braue o grad zäme cha choufe, z.B Brau- und Rauchshop, Sevibräu oder Sios.

Chöste

Die ersti grossi Hürde isch natürlech d Hardware wo me brucht. Ds Kit woni denn ha gchouft, isch dopplet abegschribe gsi, het e Thermometer, e Fermentierer und aui Rohstoffe und Desinfektionsmittu beinhautet für nume 15.-. Natürlech hani no säuber es Sieb und Töpf brucht. Für die ganzi Hardware woni jetz ha, hani äuä öppe 450.- usgä, da bruchts abr eigentlech längst nid aues zum afa. Für ir 10L-Klass iizstige chame guet mitem ne Budget vo 200.- afa.
Je nach Bier wo me braut, brucht me o ungerschidlech viu Rohstoffe. Das wo äuä am tüürste isch, isch dr Hopfe i starch ghopfte Bier (odr spezielli Zuetate wi Honig, cha o schnäu tüür wärde). D Rohstoffe (Wasser usgno) für es Standardbier (10L) choste insgesamt zwüsche 5.- für es eifachs Bier und 30.- für es Quadrupel IPA mit viu Hopfe und Honig. Mit mire ganze Abschribig vor Hardware bini zur Zit öppe bi 4.- pro Liter, abr stetig am sinke.

Rezäpt

Bis ufs erste Rezäpt (wo ja im Kit isch cho und es Punk IPA isch gsi), hani eigentlech immer aui Rezäpt säuber "erfunge". I finge das macht o e grosse Teil vom Spass us. Damit i nid aues ines Excel odr so mues ineschribe, bruchi defür es App wo Biermacht heisst und Open Source isch. Es berächnet aui Braukennzahle outomatisch und hiuft somit ou Rezäpt z entwickle. De überlegi mr aube was füre Stiu dasi wott, när chani dür d Rohstoffe blettere (da hani eigentlech z Sortimänt vom Brau- und Rauchshop abbiudet) und die hinzuefüege woni wott. Ds App berächnet mr när d Stammwürzi, IBUs, dr erwartete Aukohouwärt u d Farb. De gsehni när o öppe obs däm entspricht woni möcht. Natürlech stimmt das när nid ganz überii mit däm wome braut, wüus dert ja unzählige angeri Faktore het wo e Roue spile, abr so grossomodo chunnts ane.
We me sech das abr nid getrout, odr e Inspiration für es eigets Rezäpt bruucht gits unzähligi Websitene mit Rezäpt für aui mügleche Bier, z.B Maische Malz und Mehr oder Brewer's Friend.

Informatione

Weni öppis wott nacheläse hani uf dr einte Site z Buech How to Brew vom John Palmer gchouft, wo sehr viu Infos dinne stöh und aues bis is chlinste Detail beschribe isch. Angerersits gits z dütsche Hobbybrauer Forum odr z änglische Homebrew Forum. Witer gits Brew Your Own, wo spannendi Artikle über Bier schribt und Brulosophy wo sehr viu Experimänt macht, meistens im A-B-Vergliich zum luege was wele Iifluss uf ds fertige Bier het.
A fine beer may be judged with only one sip, but it is better to be thoroughly sure.
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